In der Anfangsphase eines Unternehmens ist ein CEO wie ein Schweizer Taschenmesser: Man kann sich darauf verlassen, dass er fast alles tut. Wenn eine Organisation jedoch reifer und größer wird, ist es für den CEO nicht mehr hilfreich, sich zu in allen Funktionen beweisen zu müssen und auf grenzenlose Funktionen auszudehnen. Lassen Sie jemand anderen der Korkenzieher sein. Geben Sie die Verantwortung für das Nagelfeilen ab. Es ist an der Zeit, dass sich der CEO – und das gesamte Team des Unternehmens – in spezialisiertere Rollen weiterentwickelt. Das Ziel muss sein, die Problemlösungsfähigkeiten Ihres Unternehmens zu beschleunigen, um das Wachstum zu fördern, eine starke Unternehmenskultur aufzubauen und Ihre Mitarbeiter zu besseren Entscheidungsträgern zu machen.
In unseren CEO Peer Gruppen diskutieren wir immer wieder, wie das gelingen kann, hier sind unsere 3 Ratschläge:
Das, was einen Gründer großartig macht, ist genau das, was das Wachstum seines Unternehmens behindern kann.
Viele CEOs, insbesondere Gründer, leben in ihren Köpfen. Das bedeutet, wenn sie etwas laut sagen, denken sie, es sei ein fertiges Produkt. Aber Sie haben vielleicht ihre wichtigsten Mitarbeiter nicht in die Überlegungen mit einbezogen, obwohl Sie der Überzeugung sind, die besten für den Job eingestellt zu haben? Ein „allwissender“ CEO kann nicht nur qualifizierte Führungskräfte ausschalten (und abweisen), sondern auch den Fortschritt des Unternehmens deutlich verlangsamen. Was im kleinen Team, zumeist mangels Alternativen, noch funktioniert hat, muss im Wachstum neu gedacht werden. Man kann sich nicht darauf verlassen, dass der CEO das Orakel von Delphi ist. In unserer Gruppe sind wir uns einig. Die Herausforderung heutzutage ist, die richtigen Mitarbeiter an Bord zu haben und sicherstellen, dass sie kontinuierlich geschult werden, im Fachspezifischen wie auch in Führungsmethoden. Stellen Sie ihrem Führungsteam die Ressourcen zur Verfügung, die Manager benötigen, um Probleme intern zu lösen. Sie werden dadurch nicht nur deutlich effizienter, sondern entlasten auch Ihr tägliches To-Dos und können sich somit auf das konzentrieren, wo der CEO am wertvollsten für sein Unternehmen ist: Das Arbeiten "am" statt "im" Unternehmen.
In manchen Unternehmen ist „delegieren“ ein Schimpfwort, das impliziert, dass ein CEO jemand anderem seine Verantwortung aufbürdet. In Wahrheit verfügt ein gut funktionierendes Unternehmen über Führungskräfte, die verstehen, welche Entscheidungen sie treffen müssen – und wie sie diese so gestalten können, dass sie den Zielen des Unternehmens dienen.
Dies kann natürlich nur geschehen, wenn ein CEO seine eigene Rolle im Unternehmen versteht und in ein gut funktionierendes Team investiert.
Erfolgreiches Delegieren beginnt damit, dass der CEO seine eigenen Stärken und Schwächen kennt und sich mit Mitarbeitern umgibt, die dabei helfen, seine Lücken zu schließen. Sobald dieser „Aha“-Moment eintritt, müssen CEOs daran arbeiten, ihre Teams weiterzuentwickeln und ihre Führung zu stärken. Verbesserte Produktivität, Mitarbeiterbindung und Arbeitszufriedenheit sind herausragende Ergebnisse einer gut durchgeführten Teamentwicklung.
"Ich muss einen Schritt zurücktreten und erkennen, dass sie nicht mehr so weitermachen können, wie sie es immer getan haben“, war die häufigste Erkenntnis in unserer Gruppe, gefolgt von der Frage: "Was passiert, wenn man eine Person so gut entwickelt, dass sie von der Konkurrenz abgeworben wird?" Untersuchungen von Vistage haben ergeben, dass Mitarbeiter, die an Programmen zur Führungskräfteentwicklung teilgenommen haben, deutlich häufiger dem Unternehmen treu bleiben und sich auch engagierter entwickeln. Und selbst wenn nicht, möchten Sie es wahrscheinlich lieber, dass andere Unternehmen Ihre Leute wollen als nicht. Fordern Sie sie kontinuierlich heraus und bauen Sie eine Kultur auf, die sie inspiriert.
Viele Mitarbeiter, vor allem in KMUs, hatten noch nie eine Führungs- oder Managementausbildung. Sie halten sich alle prinzipiell für fähige Menschen und werden sich fragen: Warum sollte ich das Brauchen? Die Selbsterkenntnis, dass Coaching und Trainings gut für einen persönlich sind, kann der Gamechanger sein.
Dem Unternehmen hilft die berufliche Weiterentwicklung einerseits dabei, die geschulten Mitarbeiter zu besserem Entscheidungsträger zu entwickeln, aber auch die nächste Generation von Führungskräften in einem Unternehmen zu identifizieren. Dies ist besonders wichtig, um dabei zu helfen, Menschen zu entwickeln und zu halten, die in dem, was sie tun, gut sind, ohne sie aus der Rolle zu verdrängen, in der sie sich hervortun.
Das klassische Beispiel ist der High Perfomance Vertriebsmitarbeiter, der zum Vertriebsleiter befördert wird. Oftmals verlieren Unternehmen dabei zwei Mal. Zuerst verlieren sie den Top Vertriebsmitarbeiter, der nie Vertriebsleiter hätte werden dürfen (und vielleicht auch nicht wollte, es sich aber nicht getraut hat zu sagen) und dann, wenn er keine Leistung erbringt, verlieren sie ihn als Vertriebsleiter.
Die Diskussion in unserer Gruppe fokussiert sich daher auf das Thema: "Wie bieten wir jemandem Wachstum an, der nicht befördert wird bzw. auch nicht werden will? Wie fordern wir sie heraus?" CEOs müssen anders über ihre Talente nachdenken. Den klassischen Karriereweg gibt es nicht mehr, er ist individuell und muss im 1:1 identifiziert werden.
Zusammenfassend sind die Erkenntnis unserer CEO Peer Gruppe wie folgt:
Durch die Entwicklung ihrer Teams spüren CEOs, dass die Vielfalt der Perspektiven essenziell ist. Wenn ein CEO alle Entscheidungen trifft, wird er niemals über den Reichtum der Meinungsvielfalt verfügen.
Welche Erfahrungen haben Sie gemacht? Was sind ihre best practices. Hinterlassen Sie gerne einen Kommentar oder schicken Sie mir ein PN.
Erstellt am 14. Mai2024