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3 Tipps zur Beschleunigung der Problemlösungsfähigkeiten Ihres Unternehmens

Ralph Horner

Entscheidungsprozesse sind oft zäh und harzig. Wie das zum Positiven für das Unternehmen verändert werden kann, erfahren Sie hier von unserer CEO Peer Gruppe.

In der Anfangsphase eines Unternehmens ist ein CEO wie ein Schweizer Taschenmesser: Man kann sich darauf verlassen, dass er fast alles tut. Wenn eine Organisation jedoch reifer und größer wird, ist es für den CEO nicht mehr hilfreich, sich zu in allen Funktionen beweisen zu müssen und auf grenzenlose Funktionen auszudehnen. Lassen Sie jemand anderen der Korkenzieher sein. Geben Sie die Verantwortung für das Nagelfeilen ab. Es ist an der Zeit, dass sich der CEO – und das gesamte Team des Unternehmens – in spezialisiertere Rollen weiterentwickelt. Das Ziel muss sein, die Problemlösungsfähigkeiten Ihres Unternehmens zu beschleunigen, um das Wachstum zu fördern, eine starke Unternehmenskultur aufzubauen und Ihre Mitarbeiter zu besseren Entscheidungsträgern zu machen.

In unseren CEO Peer Gruppen diskutieren wir immer wieder, wie das gelingen kann, hier sind unsere 3 Ratschläge:

 


1. Identifizieren Sie das Problem (Hinweis: Vielleicht sind auch Sie es?)


Das, was einen Gründer großartig macht, ist genau das, was das Wachstum seines Unternehmens behindern kann.

Viele CEOs, insbesondere Gründer, leben in ihren Köpfen. Das bedeutet, wenn sie etwas laut sagen, denken sie, es sei ein fertiges Produkt. Aber Sie haben vielleicht ihre wichtigsten Mitarbeiter nicht in die Überlegungen mit einbezogen, obwohl Sie der Überzeugung sind, die besten für den Job eingestellt zu haben? Ein „allwissender“ CEO kann nicht nur qualifizierte Führungskräfte ausschalten (und abweisen), sondern auch den Fortschritt des Unternehmens deutlich verlangsamen. Was im kleinen Team, zumeist mangels Alternativen, noch funktioniert hat, muss im Wachstum neu gedacht werden. Man kann sich nicht darauf verlassen, dass der CEO das Orakel von Delphi ist. In unserer Gruppe sind wir uns einig. Die Herausforderung heutzutage ist, die richtigen Mitarbeiter an Bord zu haben und sicherstellen, dass sie kontinuierlich geschult werden, im Fachspezifischen wie auch in Führungsmethoden. Stellen Sie ihrem Führungsteam die Ressourcen zur Verfügung, die Manager benötigen, um Probleme intern zu lösen. Sie werden dadurch nicht nur deutlich effizienter, sondern entlasten auch Ihr tägliches To-Dos und können sich somit auf das konzentrieren, wo der CEO am wertvollsten für sein Unternehmen ist: Das Arbeiten "am" statt "im" Unternehmen.



2. Delegieren Sie nicht nur, sondern entwickeln Sie weiter


In manchen Unternehmen ist „delegieren“ ein Schimpfwort, das impliziert, dass ein CEO jemand anderem seine Verantwortung aufbürdet. In Wahrheit verfügt ein gut funktionierendes Unternehmen über Führungskräfte, die verstehen, welche Entscheidungen sie treffen müssen – und wie sie diese so gestalten können, dass sie den Zielen des Unternehmens dienen.

Dies kann natürlich nur geschehen, wenn ein CEO seine eigene Rolle im Unternehmen versteht und in ein gut funktionierendes Team investiert.

Erfolgreiches Delegieren beginnt damit, dass der CEO seine eigenen Stärken und Schwächen kennt und sich mit Mitarbeitern umgibt, die dabei helfen, seine Lücken zu schließen. Sobald dieser „Aha“-Moment eintritt, müssen CEOs daran arbeiten, ihre Teams weiterzuentwickeln und ihre Führung zu stärken. Verbesserte Produktivität, Mitarbeiterbindung und Arbeitszufriedenheit sind herausragende Ergebnisse einer gut durchgeführten Teamentwicklung.

"Ich muss einen Schritt zurücktreten und erkennen, dass sie nicht mehr so weitermachen können, wie sie es immer getan haben“, war die häufigste Erkenntnis in unserer Gruppe, gefolgt von der Frage: "Was passiert, wenn man eine Person so gut entwickelt, dass sie von der Konkurrenz abgeworben wird?" Untersuchungen von Vistage haben ergeben, dass Mitarbeiter, die an Programmen zur Führungskräfteentwicklung teilgenommen haben, deutlich häufiger dem Unternehmen treu bleiben und sich auch engagierter entwickeln. Und selbst wenn nicht, möchten Sie es wahrscheinlich lieber, dass andere Unternehmen Ihre Leute wollen als nicht. Fordern Sie sie kontinuierlich heraus und bauen Sie eine Kultur auf, die sie inspiriert.

 


3. Denken Sie anders über Ihren Talentpool


Viele Mitarbeiter, vor allem in KMUs, hatten noch nie eine Führungs- oder Managementausbildung. Sie halten sich alle prinzipiell für fähige Menschen und werden sich fragen: Warum sollte ich das Brauchen? Die Selbsterkenntnis, dass Coaching und Trainings gut für einen persönlich sind, kann der Gamechanger sein.

Dem Unternehmen hilft die berufliche Weiterentwicklung einerseits dabei, die geschulten Mitarbeiter zu besserem Entscheidungsträger zu entwickeln, aber auch die nächste Generation von Führungskräften in einem Unternehmen zu identifizieren. Dies ist besonders wichtig, um dabei zu helfen, Menschen zu entwickeln und zu halten, die in dem, was sie tun, gut sind, ohne sie aus der Rolle zu verdrängen, in der sie sich hervortun.

Das klassische Beispiel ist der High Perfomance Vertriebsmitarbeiter, der zum Vertriebsleiter befördert wird. Oftmals verlieren Unternehmen dabei zwei Mal. Zuerst verlieren sie den Top Vertriebsmitarbeiter, der nie Vertriebsleiter hätte werden dürfen (und vielleicht auch nicht wollte, es sich aber nicht getraut hat zu sagen) und dann, wenn er keine Leistung erbringt, verlieren sie ihn als Vertriebsleiter.

Die Diskussion in unserer Gruppe fokussiert sich daher auf das Thema: "Wie bieten wir jemandem Wachstum an, der nicht befördert wird bzw. auch nicht werden will? Wie fordern wir sie heraus?" CEOs müssen anders über ihre Talente nachdenken. Den klassischen Karriereweg gibt es nicht mehr, er ist individuell und muss im 1:1 identifiziert werden.

 

Zusammenfassend sind die Erkenntnis unserer CEO Peer Gruppe wie folgt:

Durch die Entwicklung ihrer Teams spüren CEOs, dass die Vielfalt der Perspektiven essenziell ist. Wenn ein CEO alle Entscheidungen trifft, wird er niemals über den Reichtum der Meinungsvielfalt verfügen.

 

Welche Erfahrungen haben Sie gemacht? Was sind ihre best practices. Hinterlassen Sie gerne einen Kommentar oder schicken Sie mir ein PN.


Erstellt am 14. Mai2024


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Die Vorbereitungsfalle: Warum Ihr Gehirn Ihr schlechtester Verhandlungspartner ist Die meisten gehen schwierige Gespräche mit einer gut gemeinten, aber grundsätzlich fehlerhaften Strategie an. Wir erstellen uns sorgfältig mentale Skripte, antizipieren jeden möglichen Einwand und konstruieren ausgefeilte Erzählungen darüber, wie sich das Gespräch entwickeln wird. Das Ergebnis? Wir haben bereits einen Konflikt geschaffen, bevor das erste Wort gesprochen ist. Stellen Sie sich vor, Sie bereiten sich darauf vor, mit einem Gesellschafter über ein Leistungsproblem zu sprechen. Sie werden mit dem Schlimmsten rechnen, sind mental im Verteidigungsmodus und haben vielleicht sogar Angst um Ihren Job? Sie werden alles daran setzen, alle denkbaren Zahlen, Daten und Fakten zusammenzutragen. Aber übermäßige Vorbereitung durch zu starkes Bemühen um die Rechtfertigung der Situation, kann das Gespräch von der Diskussion strategischer Lösungen ablenken. Abgesehen davon, wird immer genau das hinterfragt, was sie gerade nicht vorbereitet haben, Murphys Law 😉! Diese negativen Annahmen werden zu einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung und verwandeln einen konstruktiven Dialog in ein emotionales Schlachtfeld. Was als ruhige, nachdenkliche Diskussion gedacht war, wird nun mit Negativität und Stress aufgeladen – und bevor das Gespräch überhaupt beginnt, haben Sie den Konflikt bereits vordefiniert. Psychospielchen: Der versteckte Saboteur der professionellen Kommunikation Unser Gehirn ist darauf programmiert, uns zu schützen, und geht oft von Worst-Case-Szenarien aus. Dieser Überlebensmechanismus ist zwar bei echten Bedrohungen nützlich, sabotiert aber unsere professionelle Kommunikation. Übermäßige Vorbereitung auf der Grundlage negativer Annahmen erhöht nicht nur den Stress – sie untergräbt grundsätzlich das Potenzial für einen sinnvollen Dialog. Wenn wir uns mit vorgefassten negativen Vorstellungen darüber vorbereiten, wie das Gespräch verlaufen wird, bereiten wir nicht nur unsere Worte vor, sondern auch unsere Reaktionen. Und das Schlimmste daran? Wir trainieren uns selbst, das Schlimmste zu erwarten, was oft bedeutet, dass unsere Emotionen und nicht unser logischer Verstand im Moment die Oberhand gewinnen. Starre Skripte im Geiste und vorgefertigte Argumente führen zu Problemen: Kein aktives und empathisches Zuhören Wir sind so sehr damit beschäftigt, unseren nächsten, im Voraus geplanten Schritt umzusetzen, dass wir der anderen Person keine Aufmerksamkeit mehr schenken. Signalisierte Abwehrhaltung Vorgefasste Argumente lassen uns verschlossen erscheinen, schon oftmals, bevor das Gespräch beginnt. Eingeschränkte Flexibilität Wir verteidigen unsere Position, anstatt uns auf einen adaptiven, dynamischen Austausch einzulassen. Vom Verteidigungsmodus zum Dialog Der Schlüssel zum Umgang mit schwierigen Gesprächen liegt nicht darin, die Vorbereitung zu eliminieren, sondern sie sinnvoll zu verändern. Konzentrieren Sie sich darauf, Verständnisses für die Gegenseite aufzubauen, anstatt Verteidigungsmauern zu errichten. Betrachten Sie es wie einen sportlichen Wettkampf. Wer sich nur auf´s Verteidigen konzentriert, kann maximal ein Unentschieden erreichen. Wenn ich mein Gegenüber vorab studiere, kann ich eine Strategie entwickeln, um mein Ziel zu! Einige Strategien, um Ihren Ansatz zu überdenken: Klären Sie Ihre Kernziele Definieren Sie vor dem Gespräch klar, was Sie für sich erreichen möchten. Ist es ein Vorsatz? Verständnis? Übereinstimmung? Wenn Sie Ihr Ziel kennen, werden Sie sich auf das Ergebnis konzentrieren und nicht auf einen bestimmten Weg dorthin. Seien Sie neugierig statt urteilsfreudig Bei dem Gespräch geht es darum, die Perspektive der anderen Person zu verstehen – und nicht davon auszugehen, dass Sie genau wissen, was los ist. Ersetzen Sie „Ich weiß, was los ist“ durch „Ich bin gespannt, Ihre Meinung zu hören“. Wenn Sie das Gespräch mit Empathie und Neugier angehen, können Sie die Ansichten Ihres Gegenübers besser verstehen. Sie vermeiden voreilige Schlussfolgerungen, die zu unnötigen Konflikten führen würden. Nutzen Sie externe Perspektiven Besprechen Sie Ihren Ansatz mit einer neutralen Partei – einem Coach, Mentor oder CEO-Kollegen. Diese Vertrauenspersonen werden Ihnen helfen, Ihre Annahmen und Sichtweise in Frage zu stellen und potenzielle blinde Flecken aufzudecken. Auch gibt Ihnen externes Feedback Einblicke in Perspektiven, die Sie möglicherweise übersehen haben, da Sie oftmals emotional zu sehr gefangen sind. Sie können so noch Ihre Strategie anpassen, bevor Sie das Gespräch beginnen. Entwickeln Sie einen flexiblen Rahmen Erstellen Sie statt eines starren Skripts eine einfache Gesprächsstruktur, die einen dynamischen, anpassungsfähigen Dialog ermöglicht, seien Sie offen für Umwege. Diese Flexibilität ermöglicht es Ihnen, unvorhergesehene Wendungen zu meistern und im Moment zu reagieren. Gesprächs-Makeover: Von unangenehm zu produktiv Bevor Sie in das Gespräch gehen, stellen Sie Ihr Mindset um auf Kooperation. Schwierige Gespräche sind keine Schlachten, die es zu gewinnen gilt – sie sind Gelegenheiten für gegenseitiges Verständnis und Wachstum. Indem wir unsere Vorbereitung von defensiver Strategieplanung auf neugierige Erkundung umstellen, öffnen wir die Türen für Interaktionen. Ihr Kommunikationsrettungsplan Eine CEO Peer Gruppe kann nicht nur bei der strategischen Gesprächsvorbereitung durch die jeweiligen Erfahrungen der Peers helfen. Vielmehr bietet Ihnen eine solche Gruppe eine klare Strategie für die Kommunikation, Antworten auf viele mögliche, kritische Fragen und mehr Selbstsicherheit durch Simulationen und Perspektivwechsel. Und last not least natürlich die mentale Unterstützung durch Ihre Peer-Gruppe! Denn Ihr Schicksal lässt in einer vertrauensvollen Gemeinschaft niemanden kalt.  Interessiert? Dann lassen Sie uns sprechen, damit auch Sie bei Ihrem nächsten, schwierigen Gespräch die bestmögliche Vorbereitung haben!
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