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Warum es erfolgreichen Führungskräften egal ist, ob sie gemocht werden!

Ralph Horner

Viele Führungskräfte buhlen um Anerkennung und treffen daher keine harten Entscheidungen. Warum das aber überhaupt nicht notwendig ist und wie Sie trotzdem auch unbequeme Entscheidungen konsequent umsetzen können, erfahren Sie in diesem Blog.

Eines der tiefsten emotionalen Grundbedürfnisse des Menschen ist das Verlangen nach Akzeptanz und Zugehörigkeit. Doch während die meisten danach streben, von anderen gemocht zu werden, verstehen erfolgreiche und authentische Führungskräfte, dass dies nicht der Weg zum Erfolg ist.


Die Bedürfnishierarchie nach Maslow – und wie sie Ihren Führungsstil prägen kann

Das Verlangen nach Anerkennung ist ein zutiefst menschliches Bedürfnis. Wir alle wollen gemocht werden – zumindest oberflächlich betrachtet, ist das nichts Ungewöhnliches. Der US-Psychologe Abraham Maslow hat dieses Konzept in seiner „Bedürfnishierarchie“ zusammengefasst: Neben physischen Grundbedürfnissen wie Essen und Schlafen hat jeder von uns auch psychische Bedürfnisse, die gestillt werden wollen. Dazu gehört der Wunsch nach Anerkennung (Geltung). Der gefährliche Punkt: Wenn das Bedürfnis, von anderen gemocht und anerkannt zu werden überhandnimmt, hindert es Sie – besonders als Führungskraft – daran, authentisch und effektiv zu sein. Wenn Sie diesen Punkt überschreiten, laufen Sie Gefahr, sich von der Meinung anderer abhängig zu machen.


Warum ist das ein Problem?

James Quincey, der CEO von Coca-Cola, hat den Ruf, ein zugänglicher und freundlicher Vorgesetzter zu sein, nur um von seinen Mitarbeitern gemocht zu werden. Seine Entscheidungen fielen ihm schwer, und immer wieder wurde er mit erfolgreichen Leadern wie Steve Jobs und Jeff Bezos verglichen, die sich von solchen Erwartungen nicht beeinflussen ließen. Die Sucht nach Bestätigung lässt sich auch biologisch erklären. Der Mediziner und Psychiater Prof. Dr. Joachim Bauer weist darauf hin, dass die Anerkennung unser Belohnungssystem im Gehirn stark aktiviert – und das kann fast süchtig machen. Ob die Vorwürfe gegen Quincey gerechtfertigt sind, bleibt Spekulation. Doch sie verdeutlichen, wie stark das Bedürfnis nach Anerkennung uns in unseren Handlungen beeinflussen kann. Es ist kein Wunder, dass soziale Zugehörigkeit, Bestätigung und Akzeptanz unser Selbstwertgefühl steigern. Das wird problematisch, wenn wir zwanghaft auf die Bestätigung anderer angewiesen sind, statt auf unsere eigenen Überzeugungen zu vertrauen.


Gibt es ein typisches Verhalten derer, die um jeden Preis gemocht werden wollen?

Sind Sie unsicher, wo Sie stehen? Es gibt klare Anzeichen, die zeigen, ob Sie zu sehr nach Anerkennung streben:

- Sie vermeiden Konflikte, weil Sie Angst haben, abgelehnt zu werden.

- Sie manipulieren Situationen, um sich ins beste Licht zu rücken; im schlimmsten Fall wird Lügen zur Gewohnheit.

- Sie geben nur positives Feedback, weil Sie negative Reaktionen fürchten.

- Sie sind ständig bemüht, es allen recht zu machen.

- Sie übernehmen keine Verantwortung für Fehler, um Ihr Image zu schützen, und suchen stattdessen nach Ausreden.

- Sie treffen keine harten Entscheidungen, um niemanden zu verletzen.

- Sie unterdrücken Wut und Frustration, um immer freundlich zu wirken – was letztlich dazu führt, dass sich diese Emotionen anstauen.

Das Ergebnis: Ja, es könnte sein, dass Sie als Führungskraft auf diese Weise beliebt sind und viele Sympathiepunkte sammeln. Doch das, was die meisten Leader wirklich brauchen – Respekt – bleibt aus.


Warum Respekt wichtiger ist als Beliebtheit

Wenn Sie zwanghaft versuchen, zu gefallen, verlieren Sie Ihre Authentizität. Denn meistens wird das dazu führen, dass Sie flunkern, Ihre wahre Meinung nicht teilen und wichtige Entscheidungen vermeiden. Bekanntermaßen respektieren wir Menschen weniger, wenn sie nicht authentisch sind. Wer hingegen Respekt statt Zuneigung anstrebt, wird nachhaltigen Erfolg haben. Denn Sie legen weniger Wert darauf, gemocht zu werden, und konzentrieren sich darauf, die richtigen Entscheidungen zu treffen – selbst wenn das bedeutet, dass Sie weniger beliebt sind.


Das ist das typische Verhalten derer, denen es egal ist, ob sie gemocht werden:

- Sie scheuen sich nicht vor ehrlichen Konflikten und geben konstruktives Feedback.

- Sie übernehmen Verantwortung für ihre Fehler, auch wenn das unangenehm ist.

- Sie treffen harte Entscheidungen, auch wenn das bedeutet, dass jemand verletzt wird.

- Sie machen keine leeren Versprechungen, nur um den Frieden zu wahren.

- Sie sprechen unangenehme Themen direkt an, statt sie unter den Teppich zu kehren.

Merke: Nur wenn Sie sich selbst respektieren, werden auch andere Sie respektieren – besonders in einer Führungsposition. Wenn Ihnen die Selbstachtung fehlt, wird es schwer, den Respekt Ihrer Umgebung zu gewinnen.


Wie Sie aufhören, von der Anerkennung anderer abhängig zu sein:

Streben Sie nach höheren Werten und Zielen, anstatt danach, von anderen gemocht zu werden. Das erleichtert nicht nur Ihre unternehmerischen Entscheidungen, sondern fördert auch Ihr persönliches Wachstum. Ein wichtiger Schritt ist, an sich selbst zu arbeiten, statt nach Bestätigung von außen zu suchen. Höhere Werte und Ziele könnten zum Beispiel sein: Authentizität, Fairness gegenüber anderen, Innere Zufriedenheit, Gelassenheit, Ehrlichkeit, Respekt,….


Diese 5 Dinge verändern sich, wenn Sie weniger auf Bestätigung angewiesen sind:


1. Realitätsnähe:

Sie lernen, mit Ablehnung umzugehen – denn nicht jeder wird Sie mögen, und das ist in Ordnung.


2. Fokus auf das Wesentliche:

Sie haben mehr mentale Kapazitäten für die wichtigen Dinge und treffen Entscheidungen klarer.


3. Mehr Zufriedenheit:

Sie werden langfristig zufriedener sein und den Unterschied zwischen echter Zufriedenheit und dem flüchtigen Ego-Kick der Anerkennung erkennen.


4. Geringeres Burnout-Risiko:

Sie werden klarer kommunizieren und Ihre eigenen Bedürfnisse artikulieren, statt es allen recht machen zu wollen.


5. Stärkeres Selbstwertgefühl:

Sie werden erkennen, dass Sie innere Ressourcen aktivieren können, um sich selbst zu stärken, statt auf die Bestätigung von außen angewiesen zu sein.


Fazit:

Seien Sie authentisch und ehrlich – auch wenn das bedeutet, dass Sie nicht jeder mag. Schätzen Sie sich selbst genug, um nach höheren Werten zu streben, als nach der kurzfristigen Bestätigung von außen? Zuneigung ist oft flüchtig. Sie gibt Ihnen vielleicht einen kurzfristigen „Ego-Kick“, aber wahre Erfüllung kommt von innen. Streben Sie danach, respektiert zu werden, fair und ehrlich zu kommunizieren – das ist ein langfristiges Ziel, das wahre Führungskräfte auszeichnet.


Erstellt am 21. September 2024

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Die Vorbereitungsfalle: Warum Ihr Gehirn Ihr schlechtester Verhandlungspartner ist Die meisten gehen schwierige Gespräche mit einer gut gemeinten, aber grundsätzlich fehlerhaften Strategie an. Wir erstellen uns sorgfältig mentale Skripte, antizipieren jeden möglichen Einwand und konstruieren ausgefeilte Erzählungen darüber, wie sich das Gespräch entwickeln wird. Das Ergebnis? Wir haben bereits einen Konflikt geschaffen, bevor das erste Wort gesprochen ist. Stellen Sie sich vor, Sie bereiten sich darauf vor, mit einem Gesellschafter über ein Leistungsproblem zu sprechen. Sie werden mit dem Schlimmsten rechnen, sind mental im Verteidigungsmodus und haben vielleicht sogar Angst um Ihren Job? Sie werden alles daran setzen, alle denkbaren Zahlen, Daten und Fakten zusammenzutragen. Aber übermäßige Vorbereitung durch zu starkes Bemühen um die Rechtfertigung der Situation, kann das Gespräch von der Diskussion strategischer Lösungen ablenken. Abgesehen davon, wird immer genau das hinterfragt, was sie gerade nicht vorbereitet haben, Murphys Law 😉! Diese negativen Annahmen werden zu einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung und verwandeln einen konstruktiven Dialog in ein emotionales Schlachtfeld. Was als ruhige, nachdenkliche Diskussion gedacht war, wird nun mit Negativität und Stress aufgeladen – und bevor das Gespräch überhaupt beginnt, haben Sie den Konflikt bereits vordefiniert. Psychospielchen: Der versteckte Saboteur der professionellen Kommunikation Unser Gehirn ist darauf programmiert, uns zu schützen, und geht oft von Worst-Case-Szenarien aus. Dieser Überlebensmechanismus ist zwar bei echten Bedrohungen nützlich, sabotiert aber unsere professionelle Kommunikation. Übermäßige Vorbereitung auf der Grundlage negativer Annahmen erhöht nicht nur den Stress – sie untergräbt grundsätzlich das Potenzial für einen sinnvollen Dialog. Wenn wir uns mit vorgefassten negativen Vorstellungen darüber vorbereiten, wie das Gespräch verlaufen wird, bereiten wir nicht nur unsere Worte vor, sondern auch unsere Reaktionen. Und das Schlimmste daran? Wir trainieren uns selbst, das Schlimmste zu erwarten, was oft bedeutet, dass unsere Emotionen und nicht unser logischer Verstand im Moment die Oberhand gewinnen. Starre Skripte im Geiste und vorgefertigte Argumente führen zu Problemen: Kein aktives und empathisches Zuhören Wir sind so sehr damit beschäftigt, unseren nächsten, im Voraus geplanten Schritt umzusetzen, dass wir der anderen Person keine Aufmerksamkeit mehr schenken. Signalisierte Abwehrhaltung Vorgefasste Argumente lassen uns verschlossen erscheinen, schon oftmals, bevor das Gespräch beginnt. Eingeschränkte Flexibilität Wir verteidigen unsere Position, anstatt uns auf einen adaptiven, dynamischen Austausch einzulassen. Vom Verteidigungsmodus zum Dialog Der Schlüssel zum Umgang mit schwierigen Gesprächen liegt nicht darin, die Vorbereitung zu eliminieren, sondern sie sinnvoll zu verändern. Konzentrieren Sie sich darauf, Verständnisses für die Gegenseite aufzubauen, anstatt Verteidigungsmauern zu errichten. Betrachten Sie es wie einen sportlichen Wettkampf. Wer sich nur auf´s Verteidigen konzentriert, kann maximal ein Unentschieden erreichen. Wenn ich mein Gegenüber vorab studiere, kann ich eine Strategie entwickeln, um mein Ziel zu! Einige Strategien, um Ihren Ansatz zu überdenken: Klären Sie Ihre Kernziele Definieren Sie vor dem Gespräch klar, was Sie für sich erreichen möchten. Ist es ein Vorsatz? Verständnis? Übereinstimmung? Wenn Sie Ihr Ziel kennen, werden Sie sich auf das Ergebnis konzentrieren und nicht auf einen bestimmten Weg dorthin. Seien Sie neugierig statt urteilsfreudig Bei dem Gespräch geht es darum, die Perspektive der anderen Person zu verstehen – und nicht davon auszugehen, dass Sie genau wissen, was los ist. Ersetzen Sie „Ich weiß, was los ist“ durch „Ich bin gespannt, Ihre Meinung zu hören“. Wenn Sie das Gespräch mit Empathie und Neugier angehen, können Sie die Ansichten Ihres Gegenübers besser verstehen. Sie vermeiden voreilige Schlussfolgerungen, die zu unnötigen Konflikten führen würden. Nutzen Sie externe Perspektiven Besprechen Sie Ihren Ansatz mit einer neutralen Partei – einem Coach, Mentor oder CEO-Kollegen. Diese Vertrauenspersonen werden Ihnen helfen, Ihre Annahmen und Sichtweise in Frage zu stellen und potenzielle blinde Flecken aufzudecken. Auch gibt Ihnen externes Feedback Einblicke in Perspektiven, die Sie möglicherweise übersehen haben, da Sie oftmals emotional zu sehr gefangen sind. Sie können so noch Ihre Strategie anpassen, bevor Sie das Gespräch beginnen. Entwickeln Sie einen flexiblen Rahmen Erstellen Sie statt eines starren Skripts eine einfache Gesprächsstruktur, die einen dynamischen, anpassungsfähigen Dialog ermöglicht, seien Sie offen für Umwege. Diese Flexibilität ermöglicht es Ihnen, unvorhergesehene Wendungen zu meistern und im Moment zu reagieren. Gesprächs-Makeover: Von unangenehm zu produktiv Bevor Sie in das Gespräch gehen, stellen Sie Ihr Mindset um auf Kooperation. Schwierige Gespräche sind keine Schlachten, die es zu gewinnen gilt – sie sind Gelegenheiten für gegenseitiges Verständnis und Wachstum. Indem wir unsere Vorbereitung von defensiver Strategieplanung auf neugierige Erkundung umstellen, öffnen wir die Türen für Interaktionen. Ihr Kommunikationsrettungsplan Eine CEO Peer Gruppe kann nicht nur bei der strategischen Gesprächsvorbereitung durch die jeweiligen Erfahrungen der Peers helfen. Vielmehr bietet Ihnen eine solche Gruppe eine klare Strategie für die Kommunikation, Antworten auf viele mögliche, kritische Fragen und mehr Selbstsicherheit durch Simulationen und Perspektivwechsel. Und last not least natürlich die mentale Unterstützung durch Ihre Peer-Gruppe! Denn Ihr Schicksal lässt in einer vertrauensvollen Gemeinschaft niemanden kalt.  Interessiert? Dann lassen Sie uns sprechen, damit auch Sie bei Ihrem nächsten, schwierigen Gespräch die bestmögliche Vorbereitung haben!
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